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Dienstag, 14. Mai 2013

Mein Leben entrümpeln

Schon ein paar Mal bin ich in diesem Jahr durch die Wohnung, mit einer kleinen Kiste oder dem Mülleimer. Und habe mir ein kleines Eck vorgenommen um alten Muff zu entfernen, Ungeliebtes, Unwichtiges oder Überflüssiges wegzuwerfen. Oder manchmal auch erst in der Kiste in den Keller zu stellen für eine Weile... sehen, ob ich es vermisse (so manches Kleidungsstück zum Beispiel).
Das meiste flog aber direkt raus und das war gut so. Das schafft Platz für Wichtiges, für Geliebtes. Das schafft Raum für Neues.


Heute lief es so richtig gut, einfach so, ganz spontan, ungeplant, und sogar aus einer eher gedrückten Stimmung heraus: ich habe meine Kindheitskuscheltiere entsorgt. In einen Container, sodass vielleicht andere Kinder noch eine Freude daran haben.... und damit das kleine Mädchen in mir wenigstens den Frieden hat, dass sie nicht im Müll landen.
Nur ganz wenige habe ich behalten. Bei den anderen war mir sehr wichtig, dass ich sie sofort zum Container trug. Ich will nicht mehr zuerst an schlechte Dinge denken, an das Wehmütige, wenn ich sie sehe. Ich will die guten Dinge in meinem Herzen behalten! Ich will nicht mehr, dass sich ein innerer Teil von mir an etwas festhaftet, das Vergangen ist. Ich will diesem Teil das geben, was er braucht und was ich ihm jetzt auch geben kann - weil ich erwachsen bin.
Ich will Frieden, ich will Freiheit, ich will Leichtigkeit.
Dazu passt kein Ballast allüberall sichtbar in der Wohnung - oder schlummernd im Keller.


Das nächste Projekt wird sein: Ausprobieren und mehr auf meinen Körper achten. In kleinen Schritten. Dazu mehr in ein paar Tagen.

Montag, 18. Februar 2013

Der erste neue Platz

Lieber Andreas,

seit dem Wochenende hast Du nun den ersten neuen Platz bekommen. Ich sage bewusst "seit dem Wochenende", denn ich habe Samstags die Schaf-Tasse vom kleinen Tischle nun in den Geschirrschrank gestellt. Gestern habe ich dann das kleine Tischle vom "Ort, wo ich (abends) trauern kann" zu einem "Ort der schönen Erinnerungen" umgestaltet. Trauern geht sowieso mehr oder weniger überall und zu jeder Zeit. Und vor allem ist das Trauern nicht berechenbar... es "geht" nicht.... es "passiert" einfach. Ich bin mir sicher, dass ich es auch ohne diesen "Ort der gezielten Trauer" nicht verdrängen werde, sondern mir alles ansehe, was da so kommen mag.

Am "Ort der schönen Erinnerungen" steht nun Deine Rassel, das wunderbare FuckIt!-Buch und Volkers Engel. Dazu fröhliche Kerzen und Frühlingsblumen. Ich habe auch DEN Brief dazugestellt, denn der Brief und alles rund um den Brief sind ebenfalls schöne Erinnerungen. Ganz frische Erinnerungen, ganz neue Erinnerungen. Erinnerungen danach, seit Du Dich am 26.10.2012 entschieden hast, freiwillig und selbstbestimmt Dein Leben hier, so wie wir es kennen, zu Ende zu führen. Ich bin mir sicher, Du bist einverstanden damit - das spüre ich.
Heute morgen habe ich die Schaftasse sogar für meinen Morgenkaffee verwendet.... und ich habe an Dich denken müssen, aber es war gerade keine Trauer, keine Wehmut mehr. Es war Dankbarkeit, dass Du da warst, dass wir uns kennen lernen durften. Das wir die Zeit hatten, die für uns bestimmt war. Und auch Dankbarkeit, dass ich nun lernen darf, dass mein Leben weitergeht. Und dass es bunt und wunderbar sein darf.

Danke für alles, was ich von Dir lernen durfte!

C.